18.07.2018

Afrikanische Schweinepest (ASP) in Ungarn

Ende April 2018 meldete Ungarn in der Region Heves in Nordostungarn, den ersten Fall der ASP bei einem Wildschwein. Von ASP sind in Osteuropa Polen, Rumänien, die Ukraine und Moldawien mit hunderten Fällen betroffen.

Dieser erste Fall in Ungarn, ist ausserhalb des Beobachtungsgebiets an der östlichen Grenze aufgetreten. Seit 2016 untersucht Ungarn tote Wildschweine in den östlichen Komitaten an der Grenze zur Ukraine und zu Polen auf das Virus. Ab 2017 wurden zudem Grenzkontrollen für Schweinefleisch eingeführt. Die OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) geht davon aus, dass das erste Wildschwein sich über Essensreste infiziert hat. Diese Annahme basiert auf der Tatsache, dass der Fundort weitab von den Seuchenherden im Ausland entfernt liegt. In der Region sind laut OIE viele ausländische Arbeiter in den Fabriken tätig.

Aktuell sollen einige wenige weitere Fälle im gleichen Gebiet aufgetreten sein. Alle Funde befinden sich im Gebiet der ‹Sperrzone› in der besonders kontrollierten Region rund um die Stadt Gyöngyös im Bezirk Heves. Im betroffenen Gebiet sind alle Jagdaktivitäten für alle Tierarten untersagt. Die systematische Suche nach toten Wildschweinen in der Sperrzone durch die Vertreter der Jagdgesellschaften ist organisiert.

Quelle: Pressemeldungen westeuropäischer Medien.

Fazit

Für uns Jäger bedeutet dies wachsam zu sein und jagdliche Aktivitäten den aktuellen Ereignissen anzupassen. Wo ASP aufgetreten ist, muss der Jagdtourismus ruhen. Für Westungarn (westlich der Donau), kann nach meiner Einschätzung z.Zt. noch ohne Risiko gejagt werden. Das Seuchengebiet liegt hunderte Kilometer von diesen Jagdgebieten entfernt. Es ist zu hoffen, dass sich ASP nicht oder nur langsam Richtung Westen ausbreitet. Da der grösste Teil Ostungarns von der östlichen Grenze bis an die Donau aus der grossen Ungarischen Tiefebene (Puszta) besteht, ist eine schnelle Ausbreitung über dieses Gebiet wenig wahrscheinlich. Dieses Gebiet bedeckt die halbe Fläche von Ungarn und ist nur mit geringen Schwarzwildbeständen besiedelt.
Anders sieht es in den nördlichen Regionen aus. Diese bestehen bis an die westliche Grenze aus waldreichen Mittelgebirgen und sind mit hohen Schwarzwildbeständen besiedelt.